Forschung · 2026-06-08 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Polygenes Risiko vererbt sich auch an die Gesunden
Eine kanadische Familienstudie als Preprint findet erhöhte Schizophrenie- und Bipolar-Risikoscores nicht nur bei Erkrankten, sondern auch bei deren symptomfreien erwachsenen Verwandten.
Das Team um die Eastern Quebec Schizophrenia and Bipolar Disorder Kindreds genotypisierte 1117 Personen aus 48 Mehrgenerationenfamilien und verglich sie mit nicht verwandten Kontrollen aus derselben Population. Erkrankte trugen erwartungsgemäß höhere polygene Risikoscores für Schizophrenie und bipolare Störung als die Vergleichsgruppe. Bemerkenswert ist der zweite Befund, weil er das Familienkonzept der Psychiatrie verschiebt: Auch die nicht erkrankten erwachsenen Verwandten lagen über dem Niveau der Kontrollen, unabhängig davon, ob sie andere nicht-psychotische, nicht-affektive DSM-IV-Diagnosen trugen. Damit zeigt sich, dass die genetische Last in betroffenen Familien breiter zirkuliert als das klinische Bild vermuten lässt. Der Status als Preprint bleibt zu beachten, die Peer Review steht aus.
Gesund ist in solchen Familien nicht das Gegenteil von krank, sondern dessen schweigender Träger.
Quelle: medRxiv Psychiatry