Forschung · 2026-06-08 · unter 1 Min.
Darmbakterien greifen in den Hormonhaushalt ein
Die Mikrobiota verstoffwechselt Sexualhormone und steuert darüber die Motorik des Darms.
Bislang galten Östrogen und Testosteron als Botenstoffe, die der Körper selbst reguliert. Nature Neuroscience zeigt, dass Darmbakterien an diesen Hormonen schneiden und so die neuronalen Schaltkreise der Darmperistaltik mitbestimmen. Konkret bauen sie Steroide zu Metaboliten um, die auf enterische Neuronen wirken und deren Aktivität verschieben. Damit verlagert sich die Grenze zwischen Endokrinologie und Mikrobiologie, weil das Bakterium zum stillen Mitregenten der Hormonachse wird.
Der Darm ist kein Rohr, sondern eine Verhandlungskammer. Wer dort siedelt, schreibt am Hormonprotokoll mit.
Quelle: Nature Neuroscience
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