Forschung · 2026-08-31 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Mitochondrien-DNA als Biomarker wackelt
Eine Meta-Analyse zur mitochondrialen DNA-Kopienzahl bei Neurodegeneration liefert kein einheitliches Signal, sondern ein Zerrbild.
Ein bioRxiv-Preprint, noch ohne Peer Review, hat 76 Studien mit 156 Vergleichen zur mtDNA-Kopienzahl bei neurodegenerativen Erkrankungen zusammengeführt. Über alle Diagnosen hinweg zeigt sich kein statistischer Unterschied zur Kontrollgruppe, während die Streuung zwischen den Studien mit I² von 99,5 Prozent an der Obergrenze dessen liegt, was eine Meta-Analyse überhaupt verkraftet. Aufgeschlüsselt nach Diagnose trennt sich das Feld: Alzheimer-Patienten weisen eine um 21 Prozent verringerte Kopienzahl auf, bei Parkinson bewegt sich der Wert nicht. Ein Effekt des Alters ist erkennbar, die Wahl des untersuchten Gewebes verzerrt die Ergebnisse zusätzlich. Als universeller Biomarker taugt die mtDNA-Kopienzahl damit vorerst nicht, als krankheitsspezifisches Signal bei Alzheimer bleibt sie im Rennen.
Ein Marker, der in jedem Gewebe etwas anderes erzählt, ist kein Marker, sondern ein Rorschach-Test.
Quelle: bioRxiv Neuroscience