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Hellmuth

Forschung · 2026-07-16 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Kognitionstest mit Tonfiguren und EEG-Brille

Ein thailändisches Preprint versucht, exekutive Dysfunktion bei Schizophrenie aus dem Testlabor herauszuholen und in eine vertraute Handbewegung zu verlegen.

Standardtests für Exekutivfunktionen bei Schizophrenie messen abstrakte Aufgaben in fremden Umgebungen und produzieren Werte, die mit dem Alltag der Patienten wenig zu tun haben. Die auf medRxiv als noch nicht begutachtetes Preprint veröffentlichte Studie aus Thailand koppelt eine AR-Brille an eine kulturell verankerte Aufgabe, das Modellieren von Luk Chup, jenen filigranen Marzipanfrüchten aus dem siamesischen Hof, und misst währenddessen per QEEG die Thetaaktivität. Bei den dreißig Probanden verlangsamten sich die Gedächtnisphasen erwartungsgemäß, während die frontale Mittellinie mehr Theta zeigte und die lateralen präfrontalen Areale weniger, das klassische Muster erhöhter kognitiver Last. Wer die Methodik prüft, sieht schnell die Grenzen: dreißig Personen, keine Kontrollgruppe, keine Blindung, und ein Effekt, der ohne die kulturelle Vertrautheit der Aufgabe kaum von reiner Motorikanstrengung zu trennen wäre. Klinisch relevant wird das erst, wenn der Testwert eine Therapieentscheidung ändert, und davon ist ein AR-Modelliergerät im Ambulanzalltag mehrere Validierungsstudien entfernt.

Ökologische Validität ist das Wort, mit dem die Psychiatrie zugibt, dass ihre bisherigen Tests keine hatten.

Quelle: medRxiv Psychiatry

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