Forschung · 2026-07-16 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Das Diagnosesystem der Jugendpsychiatrie zerfällt an den eigenen Grenzen
Ein Preprint aus der ABCD-Kohorte behandelt jugendliche Psychopathologie nicht mehr als Katalog abgrenzbarer Störungen, sondern als überlappende Landschaft.
Die Autoren werteten Symptomdaten von 11.862 Heranwachsenden mit unüberwachtem maschinellem Lernen aus, statt sie in DSM-Kästchen zu pressen. Sie fanden Zonen wiederkehrender Symptomprofile, quer zu den bekannten Diagnosen, und darunter die vertraute p-Faktor-Achse allgemeiner Vulnerabilität. Ruhezustands-Konnektivität und Genexpression koppelten sich an diese datengetriebenen Profile, wo klassische Diagnosen kein Signal liefern. Eine Gen-Ontologie-Analyse legte nahe, dass gemeinsame zelluläre Mechanismen in Genom und Transkriptom das Risiko tragen, obwohl die klinische Etikettierung diese Gemeinsamkeit systematisch zerschneidet. Das Papier ist ein Preprint, noch nicht begutachtet, methodisch aber ehrgeiziger als das Regelwerk, das es unterläuft.
Die Landkarte war nie das Gebiet. Die Psychiatrie hat jahrzehntelang die Landkarte behandelt.
Quelle: medRxiv Psychiatry