Forschung · 2026-07-14 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Fünf Proteine als Angriffspunkte für die Psychiatrie
Ein Preprint aus der UK Biobank sortiert das Blutplasma nach kausalen Kandidaten für Depression, Angst, Bipolarität und Psychose.
Die Arbeit ist ein medRxiv-Preprint und noch nicht peer-reviewed. Aus 2.920 Plasmaproteinen bei 52.615 Teilnehmern filterten die Autoren per Mendelscher Randomisierung, Kolokalisation und Rare-Variant-Analysen 26 Proteine mit mutmaßlich kausaler Wirkung heraus, davon 17 potenziell druggable. Übrig bleiben fünf Hochsicherheitskandidaten: DDR1 für Depression und Angst, LTB für Depression, DSG3 und PBXIP1 für Bipolarität, PDIA3 für Psychose. Auffällig ist, wohin die Signale zeigen, nämlich in neuroimmune und neuroentwicklungsbezogene Pfade, nicht in die klassische Monoamin-Ecke, an der die Pharmakologie seit Jahrzehnten festhängt. Sollte die Replikation halten, verschiebt das die Suche nach Wirkstoffen weg vom Synapsenspalt hin zur Grenzfläche zwischen Immunsystem und Gehirn.
Die Psychiatrie hat sechzig Jahre lang am Serotonin gerüttelt und wenig bewegt. Der nächste Hebel liegt womöglich im Blut.
Quelle: medRxiv Psychiatry