Forschung · 2026-07-14 · unter 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Epilepsie in Westkenia, die halbe Kohorte psychisch krank
Eine Querschnittserhebung an einem Referenzkrankenhaus in Westkenia findet bei 52,2 Prozent der Epilepsiepatienten eine psychiatrische Komorbidität.
Der Preprint auf medRxiv, noch ohne Peer Review, rekrutierte 278 konsekutive Patienten und screente mit dem Mini International Neuropsychiatric Interview. Depression führt mit 36 Prozent, Angststörungen folgen mit 26,2 Prozent, psychotische Störungen mit 16,9 Prozent, Suizidalität mit 15,1 Prozent. Die Versorgung fokussiert routinemäßig auf Anfallskontrolle, während die psychiatrische Last unbehandelt neben der Neurologie liegt. Wer Epilepsie als reines Krampfleiden führt, kappt sich die eigene Prognose, denn die Komorbidität verschlechtert das Outcome unabhängig von der Anfallsfrequenz.
Epilepsie ist in dieser Kohorte kein neurologisches Einzelbild, sondern eine psychiatrische Doppeldiagnose, die niemand stellt.
Quelle: medRxiv Psychiatry