Forschung · 2026-08-04 · 1 Min.
Emotionsregulation gegen Alkohol
Ein randomisierter Wirksamkeitstest der zweiten Stufe stellt eine Therapie in den Ring, die nicht am Trinken ansetzt, sondern an dem, was davor kommt.
Die Behandlung zielt auf die Affektsteuerung, also auf jene Kippmomente, in denen Anspannung, Scham oder Leere die Hand zum Glas führen. Standard bei Alcohol Use Disorder ist bislang die direkte Konditionsarbeit am Konsum selbst, Trinkprotokolle, Rückfallprävention, motivierende Gesprächsführung. Emotion Regulation Treatment kehrt die Reihenfolge um und behandelt das Signal, bevor die Substanz es beantwortet. Damit wandert der Wirkort aus der Suchtambulanz in die Nachbardisziplin, wo Depression, Angst und Borderline längst so verhandelt werden. Verschiebt sich das durch, verliert die Suchtmedizin ihr methodisches Monopol über den Rückfall.
Wer den Affekt therapiert, statt den Konsum, verlegt die Frontlinie einen Schritt zurück. Der Alkohol war nie die Ursache, sondern die Antwort.
Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.1111/acer.70350