Forschung · 2026-09-01 · 1 Min.
Ein Rattenmodell für die Mikroglia im Nikotinhirn
Wer Nikotinsucht auf Zellebene sezieren will, braucht Werkzeug, das bislang fehlte.
Mikroglia gelten seit einigen Jahren als Mitspieler in der Suchtneurobiologie, nicht bloß als Immunwächter. Eine im August in Cells veröffentlichte Arbeit prüft eine transgene Rattenlinie, die den Rezeptor CX3CR1 mit einem induzierbaren Rekombinase-System koppelt und so gezielten Zugriff auf Mikroglia erlaubt. Die Tiere absolvierten Nikotin-Selbstverabreichung, dem etablierten Verhaltensparadigma für Sucht, während sich die genetischen Schaltkreise nach Bedarf umlegen ließen. Ratten liefern hier, was Mäuse nur bedingt können, nämlich stabiles operantes Verhalten über Wochen. Damit wandert das Interesse von den Neuronen zu den Zellen, die um sie herum wachen.
Die Suchtforschung hat lange auf die Synapse gestarrt. Das Immunsystem hörte mit.
Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.3390/cells15161445