Forschung · 2026-07-20 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed
Ein Muskelbotenstoff puffert die Maus gegen den nächsten Stress
Sport wirkt gegen Angst nicht nur über den Kopf, sondern über einen Botenstoff aus dem Muskel.
Ein Preprint auf bioRxiv, noch nicht begutachtet, testet an männlichen C57BL/6-Mäusen, ob das beim Training freigesetzte Myokin Irisin allein reicht, um spätere Stressfolgen abzufangen. Per adeno-assoziiertem Virus wurde Irisin peripher überexprimiert, sechs Wochen später folgte unentrinnbarer Stress, ein Standardmodell für angstähnliches Verhalten. Tiere mit erhöhtem Irisin-Spiegel zeigten danach keinen Einbruch der sozialen Präferenz, während die Kontrollgruppe sich zurückzog, und das ohne Nebeneffekt auf die allgemeine Bewegungsaktivität. Die Trennung ist die eigentliche Pointe: Der Schutz sitzt im Blut, nicht in der Laufleistung. Ob das Muster jenseits männlicher Labortiere trägt und ob eine pharmakologische Nachahmung realistisch ist, entscheidet erst die Replikation.
Sport verhandelt mit dem Gehirn über Umwege, die der Muskel selbst schreibt.
Quelle: bioRxiv Neuroscience