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Hellmuth

Forschung · 2026-06-22 · 1 Min.

Der Selbsteinschätzungs-Knick beim Alkohol

Niedrigrisiko-Trinker halten sich im Abstieg der Promillekurve für nüchterner, als sie sind.

Untersucht wurde der Mellanby-Effekt, die alte Beobachtung, dass gefühlte Beeinträchtigung beim ansteigenden Pegel höher liegt als beim absteigenden, obwohl die Leistung weiter eingeschränkt bleibt. Hinzu tritt die Alkoholmyopie, also die Verengung der Aufmerksamkeit auf das, was unmittelbar vor Augen steht. Die Studie testet metakognitive Urteile in einer Gruppe, die sich selbst als unauffällig einstuft, und findet genau dort den Knick. Wer im Sinken ist, glaubt klarer zu sein, während die Bremswege im Kopf noch fehlen, was die Schwelle zum Auto, zur Zusage, zur Unterschrift verschiebt. Der riskante Moment ist nicht der Rausch, sondern sein Nachlassen.

Nüchternheit, die sich anfühlt, ist noch keine. Sie ist die Phase, in der Fehler gemacht werden, weil niemand mehr aufpasst.

Quelle: PubMed E-Utilities · DOI: 10.1016/j.jsr.2026.05.009

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