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Hellmuth

Forschung · 2026-06-25 · 1 Min. Preprint, nicht peer-reviewed

Das zweite Trimester schreibt sich in die Stimmung ein

Eine britische Langzeitkohorte verortet das Risiko für depressive Verläufe im Kindes- und Jugendalter zeitlich genauer als bisher.

Bislang galt pränataler Alkohol als diffuser Risikofaktor für spätere Depression, ohne saubere Auflösung nach Schwangerschaftsdrittel. Ein Preprint auf medRxiv, noch ohne Peer Review, wertet 2.254 Mutter-Kind-Paare der ALSPAC-Kohorte aus und modelliert internalisierende Symptome an sieben Messpunkten zwischen vier und 16,5 Jahren. Über Growth-Mixture-Modelle identifizieren die Autoren latente Verlaufsklassen und prüfen, in welchem Trimester Konsum und Dosis am stärksten mit ungünstigen Trajektorien koppeln. Wer hier ein Sicherheitsfenster im ersten Trimester sucht, weil die Schwangerschaft oft erst spät bemerkt wird, findet im Befund kein Argument für Entwarnung, sondern eine Verlagerung des Belastungsschwerpunkts in die Phase, in der die meisten Frauen bereits wissen, dass sie schwanger sind. Die Frage nach der unbedenklichen Menge wird damit gegenstandslos, weil sie immer eine Frage nach dem Zeitpunkt war.

Was als individuelle Stimmungsgeschichte erscheint, wurde Monate vor der Geburt mitgeschrieben. Die Diagnose erreicht das Kind erst dort, wo niemand mehr den Schreiber sucht.

Quelle: medRxiv Psychiatry

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