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Hellmuth

HELLMUTH · 2026-06-30 · 1 Min.

Zwei Hersteller für Tokios Sommergetränk

Mugicha, das ungesüßte Gerstengebräu, das Japan im Sommer literweise trinkt, wird in der Hauptstadt nur noch von zwei Betrieben produziert.

Mugicha ist kein Tee. Die Kanji 麦茶 lesen sich als »Gerste-Tee«, doch das Getränk enthält kein einziges Blatt der Teepflanze. Geröstete Gerstenkörner werden in heißem Wasser ausgezogen, das Ergebnis ist koffeinfrei, mineralisch, leicht nussig und gilt seit der Edo-Zeit als das, was man Kindern und Kranken reicht.

In Tokio, einer Stadt von vierzehn Millionen Einwohnern, ist die Produktion auf zwei Häuser geschrumpft. Der Rest kommt aus der Provinz oder aus PET-Flaschen der großen Getränkekonzerne, die das Genre längst industrialisiert haben. Wer noch röstet, arbeitet in alten Hallen mit Trommeln, die nach Karamell riechen, und mit Margen, die nichts mit Softdrink-Skalierung zu tun haben.

Dass ein Volksgetränk in seiner eigenen Hauptstadt zur handwerklichen Restgröße wird, ist die eigentliche Meldung. Der Sommer bleibt heiß, die Nachfrage steigt, doch die Wertschöpfung wandert ab.

Getränke verschwinden nicht, wenn sie aufhören zu schmecken. Sie verschwinden, wenn niemand mehr sie herstellt, der die Stadt kennt, in der sie getrunken werden.

Quelle: SoraNews24 Food

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