HELLMUTH · 2026-08-14 · 1 Min.
PPWR zwingt die Getränkeindustrie zum Umbau
Die europäische Verpackungsverordnung wird 2026 verbindlich, und die Getränkebranche gehört zu den am härtesten getroffenen Sektoren.
Die Packaging and Packaging Waste Regulation ersetzt die bisherige Richtlinie und gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Für Hersteller heißt das sechs Baustellen gleichzeitig: Rezyklatquoten in PET-Flaschen, Wiederverwendungsziele für Mehrweggebinde, Pflicht zur Rezyklierbarkeit ab 2030, Reduktion leerer Kopfräume in Verpackungen, Verbot bestimmter Einwegformate in Gastronomie und Hotel, sowie neue Kennzeichnungspflichten mit einheitlichen Piktogrammen.
Die Fristen sind gestaffelt, aber die Investitionsentscheidungen fallen jetzt. Wer 2029 noch mit unklaren Materialflüssen dasteht, verliert den Marktzugang, nicht nur Marge. Besonders die Mehrwegquoten treffen Hersteller, deren Logistik auf Einweg optimiert wurde und deren Handelspartner Pfandsysteme scheuen. Die Verordnung ist so gebaut, dass Ausweichen teurer wird als Umbauen.
Was als Bürokratie gelesen wird, ist industriepolitische Selektion. Die PPWR entscheidet, welche Getränkemarken 2030 noch im Regal stehen.
Quelle: Beverage Daily