HELLMUTH · 2026-09-22 · 1 Min.
NGG stellt sich vor die Zuckerlobby
Eine Gewerkschaft verteidigt das Produkt, an dem ihre Mitglieder erkranken, und nennt das Beschäftigtenschutz.
Die Nahrung-Genuss-Gaststätten lehnt die geplante Steuer auf zuckerhaltige Getränke ab. Begründung sind Arbeitsplätze in einer Branche mit 674.000 Beschäftigten, dazu die Belastung von Verbrauchern und heimischer Getränkeindustrie. Das gesundheitspolitische Ziel, so die NGG, werde verfehlt.
Großbritannien und Mexiko zeigen das Gegenteil, dort sank der Zuckergehalt in Softdrinks nach Einführung vergleichbarer Abgaben messbar, ohne die Getränkeindustrie zu zerlegen. Die Rezepturen wurden umgestellt, weil sich die Steuer an Zuckerstufen bemisst. Wer die Arbeitsplatzkarte spielt, verteidigt implizit den aktuellen Zuckergehalt, nicht die Beschäftigten.
Dass ausgerechnet eine Gewerkschaft die Position der Getränkelobby spricht, ist kein Betriebsunfall, sondern die Logik einer Organisation, die ihr Überleben an den Bestand des Produkts geknüpft hat. Adipositas, Typ-2-Diabetes und Karies treffen dieselbe Schicht, die Softdrinks abfüllt und trinkt.
Gewerkschaftsschutz endet dort, wo er die Krankheit der eigenen Mitglieder subventioniert.
Quelle: about-drinks