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Hellmuth

HELLMUTH · 2026-09-04 · 1 Min.

Mike Cessario dosenweise, jetzt mit Schaumwein

Der Liquid-Death-Gründer holt sich Sazerac ins Boot und packt Sekt in die Alu-Dose.

Mr. Fancy heißt das Produkt, »American Bubbly« das Etikett. Ready-to-drink, gekühlt, gecrusht, konsumiert. Der Bauplan ist derselbe wie beim schwarzen Wasser, das Cessario groß gemacht hat. Nimm eine Kategorie, die sich in Glas und Etikette bräsig gemacht hat, kipp sie in die Metallhülle einer Energydrink-Ästhetik und verkauf die Geste als Haltung. Sazerac liefert die Distribution und den Zugriff auf die Weinlieferkette, Cessario die Zielgruppe, die Sekt für Muttertagsgetränk hält und deshalb keinen trinkt. Der Wettbewerb im Dosensegment ist längst dicht, von Underwood bis zu den Prosecco-Kopien aus dem Supermarktregal, aber keiner davon spielt das Markenspiel auf Cessario-Niveau. Interessant wird die Preisstelle. Sekt aus der Dose ist strukturell ein Kompromissprodukt, Mr. Fancy verkauft sich über die Behauptung, keiner zu sein. Ob der amerikanische Handel diesen Widerspruch bezahlt, entscheidet die ersten zwölf Monate.

Cessario baut nicht Getränke, er baut Umdeutungen. Wer Wasser zum Statement machen kann, kann auch Schaumwein zum Feierabendbier erklären.

Quelle: BevNet

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