HELLMUTH · 2026-07-03 · 1 Min.
Indonesiens alkoholfreier Getränkemarkt lahmt trotz demografischer Rückenlage
Ein Land mit 280 Millionen Einwohnern und wachsender Mittelschicht produziert weniger Softdrinks, als seine Fabriken könnten.
Der Vorsitzende des indonesischen Softdrink-Verbands ASRIM, Triyono Prijosoesilo, hat gegenüber CNBC Indonesia Zahlen genannt, die den Wachstumsmythos des Archipels durchlöchern. Die Branche wuchs 2025 nur moderat, getragen von zyklischen Effekten wie Wahlkampfausgaben und Ramadan, nicht von struktureller Nachfrage. Die installierte Produktionskapazität liegt weit über der tatsächlichen Auslastung, ein Befund, der in jeder anderen Industrie als Überinvestition gelesen würde. Konsumgewohnheiten verschieben sich weg vom klassischen kohlensäurehaltigen Zuckerwasser hin zu Tee, Kaffee-Ready-to-Drink und funktionalen Kategorien. Gleichzeitig drückt die Kaufkraft der unteren Mittelschicht, deren real verfügbares Einkommen seit der Pandemie nicht mitgewachsen ist. Was der Verband als Herausforderung formuliert, ist in Wahrheit eine Neusortierung: Der Markt wächst nicht mehr in die Breite, sondern differenziert sich in Segmente, in denen Marge über Volumen entscheidet. Für ausländische Marken heißt das, dass der Einstiegsreflex »großes Land, großer Durst« teurer wird als gedacht.
Demografie garantiert keinen Absatz. Sie garantiert nur, dass jemand zusieht, wenn der Markt sich sortiert.
Quelle: Mini Me Insights