HELLMUTH · 2026-10-03 · 1 Min.
Die Getränkeindustrie entdeckt den Verbraucherschutz
Der Entwurf einer Zuckergetränkesteuer zum 1. Juli 2027 bringt jene Verbände auf, die bislang vom günstigen Zuckerwasser gelebt haben.
Das Bundesfinanzministerium plant eine Verbrauchsteuer auf gezuckerte Getränke. Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie und der Verband Private Brauereien warnen vor höheren Preisen, mehr Bürokratie und zu kurzer Vorlaufzeit. Die Argumente sind alt und stammen aus dem Standardrepertoire jeder Branche, deren Marge an einem billigen Rohstoff hängt. Wer Fruchtsaft verkauft, verkauft in weiten Teilen Zucker in flüssiger Form, biologisch nicht trennbar von dem, was in der Limonade steckt. Großbritannien hat 2018 eine ähnliche Steuer eingeführt, die Rezepturen wurden angepasst, der Markt brach nicht zusammen. Die deutsche Debatte wiederholt die britische mit sieben Jahren Verspätung.
Wenn eine Branche Verbraucherpreise ins Feld führt, meint sie ihre eigenen Absatzkurven. Die Steuer kostet nicht die Industrie, sie kostet das Geschäftsmodell.
Quelle: about-drinks