HELLMUTH · 2026-09-23 · 1 Min.
Der Cashewapfel kommt aus dem Abfall zurück
Neunzig Prozent der Cashewfrucht landen bislang auf dem Boden, weil die Industrie nur die Nuss bezahlt.
Der fleischige Fruchtkörper, an dem die Nuss außen hängt, verrottet in den Anbauländern Westafrikas und Südostasiens ungenutzt. Er ist reich an Vitamin C, enthält von Natur aus Fruchtzucker und Gerbstoffe und lässt sich zu Saft, Konzentrat oder Pulver verarbeiten. Für die Getränkeindustrie, die unter Zuckersteuer und Rohstoffinflation Reformulierungen sucht, ist das eine ökonomisch attraktive Rechnung, weil der Rohstoff bereits im System steckt und nur veredelt werden muss. Vermarktet wird das Ganze als funktional, exotisch und nachhaltig, eine Dreifachetikettierung, die derzeit jede Zutat trägt, die aus einem Reststoff wird. Ob der Cashewapfel Saftregal-tauglich schmeckt, entscheidet nicht das Ernährungsprofil, sondern die Zunge des durchschnittlichen Discounter-Käufers.
Was Abfall war, wird Rohstoff, sobald die Marge stimmt. Nachhaltigkeit ist meistens nur der Name für eine spät entdeckte Kalkulation.
Quelle: about-drinks