HELLMUTH · 2026-08-24 · 1 Min.
Allulose sucht den Ausweg aus dem Süßstoff-Dilemma
Der seltene Zucker Allulose wird als Kompromiss zwischen Kalorienlast und Chemiebaukasten gehandelt.
Allulose ist ein Monosaccharid, das in Feigen und Rosinen in Spuren vorkommt und industriell aus Mais gewonnen wird. Der Körper resorbiert es, verstoffwechselt es aber kaum. Rechnerisch bleiben etwa 0,4 Kilokalorien pro Gramm, gegenüber vier bei Haushaltszucker. Die Getränkeindustrie interessiert das, weil klassische Süßstoffe wie Aspartam und Sucralose ihren Kredit beim Endkunden verspielt haben, während Stevia am Nachgeschmack scheitert.
Allulose süßt zu etwa siebzig Prozent wie Zucker, karamellisiert, bindet Wasser und verhält sich in der Formulierung wie das Original. Auf dem Etikett darf sie in den USA seit 2019 vom Zuckerwert abgezogen werden, in der EU ist sie bislang nicht zugelassen. Das ist der eigentliche Engpass, nicht die Chemie. Solange Brüssel schweigt, bleibt der europäische Markt ein Beobachterposten, während amerikanische Softdrink-Marken bereits reformulieren.
Clean Label heißt in dieser Branche: eine Zutat, die klingt wie Essen. Allulose klingt wie ein Laborprodukt und ist eines.
Quelle: Beverage Daily