Withdrawal Reversal
Werbung: Warum viele Substanzen nur wirken, weil ihr Entzug Symptome erzeugt. Withdrawal Reversal als blinder Fleck der Supplement-Forschung.
Wirkung: Withdrawal Reversal beschreibt das Phänomen, dass eine regelmäßig konsumierte Substanz keine echte Leistungssteigerung liefert, sondern nur den Entzug rückgängig macht, den das Fehlen der Substanz erst erzeugt hat. Das bekannteste Beispiel ist Koffein. Koffein verbessert die Vigilanz bei gewohnheitsmäßigen Trinkern um genau den Betrag, den der Koffeinentzug über Nacht verschlechtert hat. Netto null.
Die Forschung zu Koffein hat das 2010 mit einem eleganten Design gezeigt. Gewohnheitstrinker und Nicht-Trinker erhielten Koffein oder Placebo. Nur Nicht-Trinker zeigten echte Verbesserung. Gewohnheitstrinker erreichten unter Koffein das Niveau, das Nicht-Trinker ohne alles hatten.
Das Prinzip betrifft potentiell viele Substanzen im Supplement-Bereich. Wenn eine tägliche Einnahme physiologische Gegenregulation auslöst, wird das Absetzen zum Problem, das die nächste Dosis löst. Das ist kein Wirksamkeitsnachweis, das ist Abhängigkeitsdynamik.
Wenn etwas nur wirkt, weil man es gestern auch genommen hat, ist die Frage erlaubt, ob es je gewirkt hat.
Quellen: Rogers 2010
Vorkommen: Konzept: Nährstoff-Reentry nach Mangelphase, kein direkter Lebensmittelbezug