Vitamin B2 (Riboflavin)
Werbung: »Energie-Vitamin für Haut, Augen und Stoffwechsel. Macht Schleimhäute geschmeidig, sorgt für rosige Haut und unterstützt die Verwertung der Nahrung. Vegetarier sollten besonders darauf achten.«
Wirkung: Riboflavin ist die Vorstufe von FAD und FMN, den beiden Coenzymen der mitochondrialen Atmungskette und der Fettsäureoxidation. Ohne FAD läuft Komplex II nicht, ohne FMN steht Komplex I. Der Mangel zeigt sich an Mundwinkelrhagaden, geröteten Augen und einer entzündlich brennenden Zunge. kein dekoratives Hautvitamin, sondern Bauteil der Energieproduktion.
Die überzeugendste klinische Spur führt in die Neurologie. Vierhundert mg Riboflavin täglich senken die Migränefrequenz um etwa fünfzig Prozent, die Datenlage ist robust und mehrfach repliziert. Ein aktueller Status-Report aus dem Jahr 2024 fasst den Befund zusammen. Bei Trägern der MTHFR-Variante spielt B2 zusammen mit Folat und B12 in der Homocysteinregulation, weil das MTHFR-Enzym FAD-abhängig arbeitet. prophylaktisch in der Migränesprechstunde unterbenutzt, in der Methylierung verkettet.
Kaffee blockiert die Aufnahme der B-Vitamine um bis zu achtzig Prozent. Wer mit Kopfschmerzen und Müdigkeit zum Espresso greift, neutralisiert das Vitamin, das die Kopfschmerzen verhindern könnte. Riboflavin färbt Urin neon-gelb, ein harmloser Marker und gleichzeitig der einzige sichtbare Beleg, dass etwas resorbiert wurde. billig, klinisch belegt, im Markt unterdosiert.
Quellen: Morck 1983, Rapuri 2007, Schoenen 1998 Riboflavin Migräne 400 mg, Mariwalla 2024 Status-Report, Boehnke 2004