Substanz-Index
Hellmuth

Vitamin · Vitamin

Vitamin B1 (Thiamin)

Werbung: »Wichtiges Nerven-Vitamin für Energie und Konzentration. Klassiker im B-Komplex, deckt den Tagesbedarf, hilft bei Müdigkeit, sorgt für starke Nerven und einen wachen Kopf.«

Wirkung: Thiamin ist Cofaktor der Pyruvatdehydrogenase und der Transketolase. Ohne diese beiden Enzyme stockt der Glukoseabbau und die Pentosephosphatachse für NADPH und Ribose bricht ein. Der Mangel heißt Beri-Beri und beschreibt seit dem neunzehnten Jahrhundert Polyneuropathie, Herzinsuffizienz und Wernicke-Enzephalopathie. kein Wellness-Vitamin, sondern ein Bauteil der Energiegewinnung.

Gefährdet sind Alkoholiker, ältere Erwachsene und Menschen mit hochkohlenhydrathaltiger Industriekost. Polierter Reis und Weißmehl liefern Glukose ohne den passenden Cofaktor. Müdigkeit, Nervenkribbeln in den Füßen und Konzentrationsabbrüche sind die Frühzeichen, die der Hausarzt selten testet. In der Notaufnahme rettet hochdosiertes Thiamin bei Wernicke-Enzephalopathie Leben, ein etabliertes klinisches Standardprotokoll. real wirksam, real unterschätzt, real lebensrettend.

Kaffee blockiert die Aufnahme der B-Vitamine um bis zu achtzig Prozent. Wer morgens drei Tassen trinkt und seine Energie aus Brot und Pasta bezieht, schafft sich den klassischen Thiamin-Mangel selbst. Die fettlösliche Form Benfotiamin umgeht die Resorptionsschwelle und erreicht Nervengewebe besser, eigener Eintrag im Index, Querverweis ausdrücklich. das wasserlösliche Thiamin ist Pflicht, Benfotiamin ist die pharmakologisch saubere Variante für Nervenschäden.

Quellen: Morck 1983, Rapuri 2007, Sechi 2007 Wernicke-Enzephalopathie, Lonsdale 2006 Thiamin-Status

← Alle Substanzen