Taurin
Werbung: Energy-Drink-Zutat für Energie und Leistung. Taurin als Wachmacher-Aminosäure in Red Bull und Co.
Wirkung: Taurin heißt Aminosäure, wird aber in kein Protein eingebaut. Chemisch ist es ein Aminosulfonsäure-Derivat, das in praktisch jedem Gewebe des Körpers in hoher Konzentration vorliegt, am meisten im Herzmuskel, in der Retina und im Gehirn. Die Zelle hortet Taurin aus Gründen, die die Biochemie erst langsam versteht.
Singh 2023 hat Taurin auf die Longevity-Karte gesetzt. Die Studie zeigt, dass Taurin-Spiegel mit dem Alter fallen, dass Supplementierung bei Mäusen und Affen die Gesundheitsspanne verlängert und dass niedrige Taurin-Spiegel beim Menschen mit Adipositas, Diabetes und Entzündungsmarkern korrelieren. Die Effektgrößen in Mäusen sind vergleichbar mit Kalorienrestriktion.
Red Bull hat Taurin in die Energy-Drink-Formel gesteckt und damit den Ruf der Substanz dauerhaft an Koffein und Zucker gekettet. Pharmakologisch hat Taurin mit Stimulation nichts zu tun. Es stabilisiert Zellmembranen, moduliert Calciumströme, wirkt osmoregulatorisch und schützt Mitochondrien vor oxidativem Stress.
Die wichtigste Longevity-Entdeckung seit Rapamycin steht auf der Zutatenliste von Red Bull.
Quellen: Singh 2023, Schaffer 2010
Vorkommen: Vegan praktisch nicht enthalten; Algen, Hefe (Spuren); Vorstufen (Methionin/Cystein): Paranüsse, Sojabohnen, Sonnenblumenkerne