TAS2R-Bitterrezeptoren
Werbung: Bitterrezeptoren jenseits der Zunge. TAS2R als Chemosensoren in Darm, Lunge und Immunzellen.
Wirkung: Bitterrezeptoren wurden 2003 außerhalb der Mundhöhle entdeckt. TAS2R-Rezeptoren sitzen auf Enteroendokrinen Zellen im Darm, auf glatten Muskelzellen der Atemwege, auf Immunzellen und im Gehirn. Sie sind keine Geschmacksrezeptoren, die verdrängt wurden. Sie sind chemosensorische Wächter, die auf potenziell toxische Substanzen reagieren.
Im Darm aktivieren Bitterstoffe TAS2R und lösen GLP-1-, Ghrelin- und CCK-Freisetzung aus. Das reguliert Appetit, Magenentleerung und Insulinsekretion. In den Atemwegen erweitern TAS2R-Agonisten die Bronchien stärker als Beta-2-Sympathomimetika. Auf Immunzellen modulieren sie die Zytokinproduktion.
Die europäische Amara-Tradition, Enzian, Wermut, Andorn, Tausendgüldenkraut, hat diesen Mechanismus empirisch genutzt, ohne ihn zu kennen. Die Molekularbiologie hat der Volksmedizin zweitausend Jahre später einen Rezeptor gegeben.
Die Volksmedizin wusste, dass bitter heilt. Die Wissenschaft weiß jetzt, warum.
Quellen: Rozengurt 2006, Shah 2009
Vorkommen: Aktiviert durch: Enzianwurzel, Andorn, Radicchio, Wermut