Szechuanpfeffer (Zanthoxylum piperitum / bungeanum)
Werbung: »Exotisches Gewürz aus der chinesischen und japanischen Küche. Aromatisch-zitronig mit prickelnder Schärfe, ideal für Wok-Gerichte und Marinaden.«
Wirkung: Das Hydroxy-alpha-Sanshool im Pfeffer aktiviert KCNK-Kaliumkanäle in mechanosensitiven Nervenfasern und erzeugt damit eine wahrnehmbare Vibration im Mund, die in einer Frequenzanalyse mit 50 Hz quantifizierbar ist. Das ist keine Schärfe und keine Kühle, sondern eine taktile Halluzination, ein Berührungseindruck ohne Berührung, neuropharmakologisch ein Phänomen, das bisher kein anderer Naturstoff reproduziert hat. Die Substanz aktiviert zusätzlich TRPA1, hat in präklinischen Modellen anti-inflammatorische und analgetische Eigenschaften, und die Wurzelrinde wird in der traditionellen chinesischen Medizin bei chronischen Schmerzen verwendet, mit Hinweisen auf periphere Nervenregeneration in Tiermodellen. Was als Gewürz im Regal steht, ist molekular eine pharmakologische Sonde mit unausgeschöpftem Potenzial. Die Küche hat es früher entdeckt als die Wissenschaft.
Quellen: Hagura 2013