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Hellmuth

Pflanze · Frucht

Szechuanpfeffer (Zanthoxylum piperitum / bungeanum)

Werbung: Exotisches Gewürz für kribbelnde Geschmackserlebnisse. Szechuanpfeffer als einzigartiges Taubheitsgefühl in der asiatischen Küche.

Wirkung: Szechuanpfeffer erzeugt kein Brennen. Er erzeugt eine vibrierende Parästhesie auf der Zunge bei genau fünfzig Hertz, gemessen und quantifiziert. Der Wirkstoff Hydroxy-alpha-Sanshool aktiviert mechanosensitive Piezo1-Kanäle und TRPA1-Rezeptoren gleichzeitig.

Keine Geschmacksempfindung, eine neuronale Vibration, die der Körper als elektrisierendes Kribbeln interpretiert. Die Frequenz liegt im Bereich der Meissner-Korpuskel, der taktilen Rezeptoren für feine Berührung. Szechuanpfeffer hackt die Haptik.

Biochemisch zeigen Sanshool-Derivate analgetische Wirkung über KCNK-Kaliumkanäle und antiinflammatorische Effekte über Hemmung der COX-2. In der traditionellen chinesischen und japanischen Medizin wird die Pflanze bei Zahnschmerzen, Magenkrämpfen und als Antiparasitikum eingesetzt.

Ein Gewürz, das die Zunge mit fünfzig Hertz vibrieren lässt und dabei Schmerzrezeptoren hemmt. Das ist keine Küche, das ist Neurologie.

Quellen: Bautista 2008, Lennertz 2010

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