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Hellmuth

Substanz · Molekül

Sulforaphan

Werbung: »Antioxidans aus Brokkolisprossen, 20 bis 50 Mal stärker als reifer Brokkoli. Unterstützt die natürliche Entgiftung und schützt vor oxidativem Stress. Mit standardisiertem Glucoraphanin-Gehalt für gleichbleibende Wirkung.«

Wirkung: Sulforaphan ist der potenteste bekannte Nrf2-Aktivator in der menschlichen Nahrung, ein einzelner Schalter, der ein ganzes Phase-II-Programm hochfährt. Glutathion-S-Transferasen, NQO1, HO-1 und die Glutamatcystein-Ligase werden induziert, der Körper aktiviert seine eigene Stressantwort, statt sie von außen geliefert zu bekommen. Klinisch ist das angekommen, ein doppelblinder RCT findet signifikante Verbesserungen auf Autismus-Verhaltensskalen unter 18 Wochen Brokkoli-Sprossen-Extrakt, in China beschleunigt Sulforaphan die Ausscheidung von Aflatoxin- und Acrolein-Metaboliten messbar, bei Typ-2-Diabetes senken Brokkolisprossen Insulin und HOMA-IR. Das Problem ist nicht die Substanz, es ist die Bioverfügbarkeit, denn aktive Myrosinase wird beim Erhitzen zerstört, und ohne sie konvertiert Glucoraphanin im Darm nur unzuverlässig zu Sulforaphan. Die Sprossen-Standardisierung schwankt um den Faktor zehn, was die Werbung als »definierter Glucoraphanin-Gehalt« verkauft, ist im Regal eine Lotterie. Was die Werbung Antioxidans nennt, ist in Wahrheit die Anweisung, eines zu werden.

Quellen: Singh 2014, Egner 2014, Bahadoran 2013, Yagishita 2019

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