Sulbutiamin
Werbung: »Französisches Erschöpfungs-Präparat aus der Apotheke. Fettlösliches Thiamin gegen Müdigkeit, klare Gedanken und neue Energie für den Tag.«
Wirkung: Sulbutiamin ist ein synthetisches Dimer aus zwei modifizierten Thiamin-Molekülen, verbunden über eine Schwefelbrücke. Die Verbindung ist im Gegensatz zum wasserlöslichen Standard-Thiamin lipophil und passiert die Blut-Hirn-Schranke deutlich besser. In den Neuronen hebt Sulbutiamin den Thiamin- und Thiaminpyrophosphat-Spiegel deutlich an und unterstützt damit den oxidativen Hirnstoffwechsel an seiner zentralen Stellschraube. Zusätzlich erhöht die Substanz die Dopamin-Konzentration und die D1-Rezeptordichte im präfrontalen Kortex, was den Effekt auf Motivation und Antrieb erklärt. In Frankreich führen Apotheken Sulbutiamin als Arcalion in 200 mg-Tabletten verschreibungspflichtig bei asthenischer Erschöpfung, post-infektiöser Müdigkeit und psychogener Erschöpfungszustände. Klinische Studien dokumentieren signifikante Verbesserungen bei chronischer Müdigkeit, nach durchgemachten Infektionen und bei depressionsassoziierter Inhibition. Die typische Tagesdosis liegt zwischen 400 mg und 600 mg über zwei bis vier Wochen. Anwender berichten neue Antriebslage am Morgen, klarere Gedanken bei Erschöpfung und ein körperliches Gefühl wiederkehrender Belastbarkeit ohne stimulierenden Charakter. Die Substanz hebt die Grundlinie, nicht den Spitzenwert.
Quellen: Tiev 1999, Trovero 2000