Sango Koralle
Werbung: »Natürliches Calcium aus der Tiefsee Okinawas. Über siebzig Spurenelemente in ionisierter Form, jahrtausendelang im Korallengestein gereift. Das Geheimnis der hundertjährigen Insulaner.«
Wirkung: Sango stammt aus fossilen Korallenablagerungen in den Gewässern um Okinawa. Calcium und Magnesium liegen im Verhältnis zwei zu eins vor, die Konstellation, die der Körper optimal absorbiert. Über siebzig Spurenelemente sitzen in ionisierter Form im Gerüst. Die Bioverfügbarkeit erreicht etwa neunzig Prozent, während Calciumcarbonat aus dem Drogeriemarkt bei dreißig Prozent verharrt. Innerhalb von zwanzig Minuten weisen Blutproben die Mineralien nach. Das ist kein Supplementprofil, das ist die Geschwindigkeit einer Infusion ohne Nadel. Wer Calciumcarbonat schluckt, verschwendet zwei Drittel der Tablette im Stuhl.
Die Okinawa Centenarian Study von 1976 bis 1994 untersucht eine Bevölkerung mit überdurchschnittlicher Lebenserwartung. Das Trinkwasser fließt dort durch Sango-Korallengestein, bevor es die Haushalte erreicht. Die Filtration über das Mineral gilt als ein Faktor der Hundertjährigen-Häufung. Die Korallenstruktur ähnelt dem menschlichen Knochen so präzise, dass die orthopädische Forschung Sango als Knochenersatzmaterial untersucht. Das Gestein wird nicht aus lebenden Riffen gebrochen, sondern aus toten Ablagerungen ab fünfzig Meter Tiefe geborgen. Die japanische Regierung kontrolliert den Abbau. Wer hier von Riffzerstörung spricht, hat das Datenblatt nicht gelesen.
Die Werbung verkauft ein weiteres Calcium-Präparat, exotisch verpackt, teuer ausgepreist, für die Esoterik-Kundschaft markiert. Die tatsächliche Substanz ist ein natürlicher Mineralstoff-Komplex mit ionisierten Spurenelementen im Verhältnis des menschlichen Körpers. Die Evidenz ist epidemiologisch, nicht molekular sauber, aber sie ruht auf der höchsten dokumentierten Lebenserwartungs-Subpopulation der Welt. Das ist mehr Statistik, als die meisten Anti-Aging-Moleküle vorweisen können. Wer das Mineralstoffregal nach Marketingsprech sortiert, übersieht das eine Präparat mit Bevölkerungsdaten. Die ältesten Menschen der Welt trinken das Wasser, das durch diese Koralle läuft.
Quellen: Okinawa Centenarian Study 1976-1994, Willcox 2007