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Hellmuth

Pflanze · Wurzel

Rhodiola rosea

Werbung: »Adaptogen aus dem hohen Norden für Stress, Erschöpfung und mentale Leistung. Natürliche Hilfe, seit Jahrhunderten in Skandinavien und Sibirien verwendet.«

Wirkung: Die Pflanze ist seit den 1960er Jahren im sowjetischen Militär- und Sportprogramm dokumentiert, kam aber erst nach 2000 ins westliche Bewusstsein, mit deutlich weniger Tiefe, als das Datenmaterial hergibt. Hauptwirkstoffe Rosavin und Salidrosid modulieren monoaminerge Systeme über reversible MAO-Hemmung, beeinflussen die HPA-Achse und erhöhen Neuropeptid Y, ein Profil, das in randomisierten Studien bei stressbedingter Erschöpfung und chronischer Burnout-Symptomatik klinisch konsistent abgebildet ist. Eine vierwöchige Studie bei moderater Depression zeigt nach 340 mg täglich signifikante Symptomreduktion auf der Hamilton-Skala, in der Größenordnung mit Sertralin vergleichbar, aber mit besserem Nebenwirkungsprofil. Die Werbung verkauft das Adaptogen als »Stress-Hilfe«, was die anxiolytische, antidepressive und kognitiv stimulierende Wirkung auf einen einzigen Nenner reduziert, der nichts erklärt. Eine Pflanze, die in einer direkten Studie mit Sertralin mithält, wird im Reformhaus nicht als Antidepressivum verkauft. Sie wird als Wachmacher etikettiert, weil das einfacher ist.

Quellen: Olsson 2009, Edwards 2012, Mao 2015

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