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Hellmuth

Substanz · Stilbenoid

Resveratrol

Werbung: Anti-Aging-Polyphenol aus Rotwein. Resveratrol als Langlebigkeits-Elixier und Herzschutz, das French Paradox in Kapselform.

Wirkung: Resveratrol ist das Polyphenol, mit dem eine Branche sich selbst belügt. Die In-vitro-Daten sind spektakulär. SIRT1-Aktivierung, NF-κB-Hemmung, Krebszell-Apoptose, Gefäßschutz. In Petrischalen rettet Resveratrol die Welt.

Im menschlichen Körper hat es eine orale Bioverfügbarkeit von unter einem Prozent. Binnen Minuten wird es in der Leber sulfatiert und glucuronidiert. Was im Plasma ankommt, sind Metaboliten, deren biologische Aktivität umstritten ist. Die klinischen Studien am Menschen zeigen, wenn überhaupt, marginale Effekte bei Dosen, die weit über dem liegen, was Rotwein liefert.

Das French Paradox, das den Rotwein-Mythos begründete, ist epidemiologisch nicht durch Resveratrol erklärbar. Die Mengen im Wein sind pharmakologisch irrelevant.

Pterostilben macht alles, was Resveratrol verspricht, mit vierfacher Bioverfügbarkeit. Resveratrol verkauft sich trotzdem besser, weil es die bessere Geschichte hat.

Literatur: Walle 2004, Vang 2011

Nahrungsquellen: Rotwein, Trauben mit Schale, japanischer Staudenknöterich

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