Piracetam
Werbung: »Der Nootropic-Klassiker aus den siebziger Jahren. Konzentration, Gedächtnis, Klarheit. Das Original, das den Begriff Nootropikum erst geschaffen hat.«
Wirkung: Piracetam ist das Stamm-Molekül der Racetam-Klasse, von Giurgea 1972 synthetisiert und gleichzeitig mit dem Begriff Nootropikum überhaupt erst eingeführt. Die Substanz moduliert AMPA-Rezeptoren am glutamatergen Synapsenende und verstärkt die cholinerge Transmission im Hippocampus. Zusätzlich verbessert Piracetam die Membranfluidität alternder Neuronen und steigert die zerebrale Mikrozirkulation. Die klinischen Anwendungsgebiete sind ungewöhnlich breit, mit Verschreibungs-Indikationen bei vaskulärer Demenz, Myoklonus, Schwindel kortikalen Ursprungs und Dyslexie bei Kindern. Die übliche Tagesdosis liegt zwischen 1200 mg und 4800 mg, aufgeteilt auf zwei bis drei Gaben. Die orale Bioverfügbarkeit erreicht nahezu hundert Prozent und die Substanz zeigt eine bemerkenswert flache Toxizitätskurve über Jahrzehnte klinischer Erfahrung. Anwender berichten eine ruhige Klarheit, ein kühles Bauchgefühl und längere Konzentrationsphasen ohne stimulierenden Überschwung. Patentschutz 1972 erloschen, kein Hersteller hat ein Interesse, das Original-Nootropikum als solches im Westen neu zuzulassen.
Quellen: Giurgea 1972, Winblad 2005