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Hellmuth

Fettsäure · Öl

Olivenöl (Oleocanthal)

Werbung: Mediterranes Superfood für Herz und Langlebigkeit. Extra-natives Olivenöl als Grundlage der gesündesten Ernährungsform der Welt.

Wirkung: Oleocanthal ist der Wirkstoff, den die Olivenöl-Werbung nie beim Namen nennt. Das Phenol erzeugt das Kratzen im Hals, das gutes Olivenöl von schlechtem unterscheidet. Molekular betrachtet hemmt es COX-1 und COX-2 mit einem Mechanismus, der dem von Ibuprofen strukturell gleicht. Fünfzig Milliliter hochwertiges Olivenöl liefern etwa zehn Prozent einer Ibuprofen-Einzeldosis. Wer täglich damit kocht, nimmt ein niedrigdosiertes NSAID mit dem Salat.

Die PREDIMED-Studie an über 7400 Teilnehmern zeigt unter Mittelmeerdiät mit extra-nativem Olivenöl eine Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse um dreißig Prozent. Oleocanthal tötet in vitro Krebszellen innerhalb von dreißig Minuten durch Lysosom-Destabilisierung, ohne gesunde Zellen zu beschädigen. Hydroxytyrosol, ein weiteres Phenol im Öl, schützt LDL-Cholesterin vor Oxidation, ein Health Claim, den die EFSA 2012 zugelassen hat.

Der Polyphenolgehalt variiert um den Faktor zwanzig zwischen industriellem Olivenöl und früh geernteten Monokultivar-Ölen. Was im Supermarkt als extra vergine steht, erfüllt oft nicht einmal den IOC-Mindeststandard von 250 mg Polyphenolen pro Kilo. Das Kratzen im Hals ist der Indikator. Kein Kratzen, kein Oleocanthal.

Das gesündeste Fett der Welt wirkt nur, wenn es im Hals brennt. Die Industrie hat das Brennen weggefiltert.

Quellen: Beauchamp 2005, Estruch 2013, LeGendre 2015

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