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Hellmuth

Pflanze · Harz

Myrrhe (Commiphora myrrha)

Werbung: Biblisches Wundheilharz für Mund und Verdauung. Myrrhe als traditionelles Antiseptikum und Entzündungshemmer.

Wirkung: Myrrhe enthält Sesquiterpene wie Furanoeudesma-1,3-dien, das an Opioidrezeptoren bindet und analgetische Wirkung zeigt, die in Tiermodellen durch Naloxon blockierbar ist. Ein Baumharz mit opioidergem Mechanismus. Das haben die drei Weisen aus dem Morgenland nicht auf dem Zettel gehabt.

Bei Colitis ulcerosa zeigt eine RCT die Kombination Myrrhe plus Kamille plus Kaffeekohle als gleichwertig mit Mesalazin in der Remissionserhaltung. Der Befund ist bemerkenswert, weil er eine Standardtherapie durch eine Dreier-Phytokombination ersetzt. In der Zahnmedizin ist Myrrhetinktur als Adstringens bei Gingivitis und Aphthen seit Jahrzehnten etabliert.

Die antimikrobiellen Furanosesquiterpene hemmen Biofilmbildung auf Zähnen und Implantaten. Die Kombination aus analgetischer, antiinflammatorischer und antimikrobieller Wirkung macht Myrrhe zum vollständigsten Mundheilmittel in der Phytotherapie.

Ein Harz, das an Opioidrezeptoren bindet, Mesalazin gleichzieht und seit dreitausend Jahren verschenkt wird.

Quellen: Langhorst 2013, Dolara 1996

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