Mucuna pruriens
Werbung: »Natürliche L-Dopa-Quelle für Stimmung, Motivation und Wohlbefinden. Ayurvedische Pflanze, traditionell zur Stärkung verwendet.«
Wirkung: Die Samen der Juckbohne enthalten bis zu sechs Prozent L-Dopa, die direkte Vorstufe von Dopamin und seit den 1960er Jahren die Standardtherapie bei Morbus Parkinson. Eine randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie an Parkinson-Patienten vergleicht 30 g Mucuna-Samenpulver mit 200/50 mg Levodopa-Carbidopa und findet einen schnelleren Wirkeintritt, eine längere ON-Phase und keine vermehrten Dyskinesien, ein Befund, der die Pflanze als pharmakologische Alternative ernst nimmt, nicht als Nahrungsergänzungs-Beigabe. Daneben senkt die Substanz dosisabhängig Prolaktin, stimuliert Wachstumshormon-Freisetzung und zeigt in einer indischen Studie bei Männern mit Subfertilität verbesserte Spermienparameter über drei Monate. Das Marketing in westlichen Supplement-Shops reduziert das alles auf »Mood-Booster« und »Motivation«, was die Substanz als das vorstellt, was sie pharmakologisch nicht ist, ein sanftes Hilfsmittel. Mucuna ist eine direkte L-Dopa-Quelle mit aktiv neurologischer Wirkung, und wer das ohne Aufklärung in eine Stress-Kapsel mischt, riskiert Wechselwirkungen, die im Beipackzettel eines Antiparkinson-Mittels stehen, nicht im Werbeprospekt eines Adaptogen-Sets.
Quellen: Katzenschlager 2004, Shukla 2009