Molybdän
Werbung: Spurenelement für Entgiftung und Enzymfunktion. Molybdän für Sulfitabbau und Harnsäurestoffwechsel.
Wirkung: Molybdän ist Cofaktor der Sulfitoxidase, die toxisches Sulfit zu Sulfat oxidiert, der Xanthinoxidase im Purinstoffwechsel und der Aldehydoxidase in der Xenobiotika-Entgiftung. Ohne Molybdän akkumuliert Sulfit in toxischen Konzentrationen.
Klinischer Mangel ist bei normaler Ernährung extrem selten. Der einzige dokumentierte Fall einer Molybdän-Defizienz bei oraler Ernährung betrifft einen Patienten unter langjähriger parenteraler Nutrition. Hülsenfrüchte und Getreide liefern mehr als genug.
Das Supplement-Marketing verkauft Molybdän als Entgiftungsmineral und Candida-Helfer. Die Candida-Theorie stützt sich auf die Idee, dass Molybdän Acetaldehyd aus Candida-Metabolismus abbaut. Die Evidenz dafür besteht aus Anekdoten.
Mangel kommt in der Praxis nicht vor. Das Supplement wird gegen eine Diagnose verkauft, die so nicht existiert.
Literatur: Rajagopalan 1988
Nahrungsquellen: Hülsenfrüchte, Linsen, Haferflocken