Menthol (Mentha piperita)
Werbung: Kühlendes Minzöl für Atemwege, Muskeln und Kopfschmerzen. Menthol als natürlicher Frischekick in Bonbons, Salben und Inhalatoren.
Wirkung: Menthol aktiviert den TRPM8-Kälterezeptor bei Raumtemperatur. Die Empfindung von Kühle ist ein neuronaler Trick, kein Temperaturabfall. Dieselben Nervenfasern, die bei acht Grad feuern, feuern unter Menthol bei 25 Grad. Das Gehirn kann die beiden nicht unterscheiden.
Topisch angewendet zeigt zehnprozentiges Mentholöl in einer kontrollierten Studie Wirksamkeit gegen Spannungskopfschmerz vergleichbar mit einem Gramm Paracetamol. Die Wirkung läuft über kutane Vasokonstriktion und Aktivierung von Kappa-Opioidrezeptoren in der Haut. Bei Reizdarmsyndrom entspannt Pfefferminzöl in enterisch beschichteten Kapseln die glatte Darmmuskulatur über Calciumkanal-Blockade.
In der Sportmedizin verbessert Menthol-Inhalation die wahrgenommene Atemleistung ohne Veränderung der Sauerstoffaufnahme. Das Gehirn glaubt, besser zu atmen, weil die Nase kühler fühlt. Leistungssteigerung durch sensorische Täuschung.
Kälte simulieren, Kopfschmerz lindern, das Gehirn über die Atemleistung belügen. Alles mit einem Molekül.
Quellen: Göbel 1996, Eccles 2003
Vorkommen: Pfefferminze, Krauseminze, Pfefferminztee