Mangan
Werbung: »Spurenelement für Knochen und Bindegewebe. Tagesdosis als Kapsel, schützt die Mitochondrien, unterstützt Gelenkknorpel und ergänzt jede Multivitamin-Formel sinnvoll und unauffällig.«
Wirkung: Mangan ist Kofaktor der mitochondrialen Mn-Superoxid-Dismutase und damit zentrales Antioxidans in der Atmungskette. Das Spurenelement aktiviert Enzyme der Glykosaminoglycan-Synthese und beteiligt sich an Knochen-, Bindegewebs- und Energiestoffwechsel. Nüsse, Vollkorn und Hülsenfrüchte decken den Tagesbedarf von 2 bis 5 Milligramm in westlicher Ernährung zuverlässig. Standardkost reicht aus, Mangel klinisch selten.
Der Überschuss wird häufiger zum Problem als der Mangel. Industriearbeiter mit Schweißerlunge oder Trinkwasser mit hoher Mangankonzentration entwickeln neurologische Symptome, das Bild ähnelt einem Parkinson-Syndrom. Manganismus zeigt sich an Tremor, Dystonie und kognitivem Verfall. Supplementierung über 10 Milligramm täglich bleibt fragwürdig. Mangan brauchen die meisten nicht zusätzlich, Wasserqualität bleibt der entscheidende Faktor.
Kaffee blockiert die Resorption zahlreicher Mineralien um bis zu achtzig Prozent. Die direkte Mangan-Blockade ist weniger prominent dokumentiert als bei Eisen, der Verdauungsstress durch Koffein zehrt aber an allen Mikronährstoffen. Bei gleichzeitigem Kaffeekonsum und einseitiger Ernährung verschiebt sich die Bilanz. Der Körper zahlt mit hängender antioxidativer Kapazität und stumpfen Gelenken die Rechnung. das Spurenelement ist real, die Standardkost meist ausreichend, der Kaffee verstärkt jedes Defizit.
Quellen: Morck 1983, Rapuri 2007, Aschner 2005 Mangan Neurotoxizität, Freeland-Graves 2016 Mangan Bedarf