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Hellmuth

Pflanze · Wurzel

Maca (Lepidium meyenii)

Werbung: »Anden-Aphrodisiakum für Libido, Energie und Hormonbalance. Inka-Superfood, natürlicher Booster für Mann und Frau.«

Wirkung: Die peruanische Wurzelknolle wird als »natürliches Aphrodisiakum« vermarktet, ein Anspruch, der sich auf Andentradition und auf eine Handvoll kleiner Studien stützt, deren Methodik und Replizierbarkeit zu wünschen übrig lassen. Eine Untersuchung bei Männern mit erektiler Dysfunktion findet nach zwölf Wochen 2400 mg Maca-Extrakt eine subjektive Verbesserung des sexuellen Wohlbefindens, aber keine objektive Veränderung erektionsphysiologischer Parameter, eine andere bei gesunden Männern keine Wirkung auf Serum-Testosteron, -DHT oder -LH, und die Cochrane-Übersicht 2010 zieht den Schluss, dass die Evidenz für eine echte aphrodisierende Wirkung nicht ausreicht. Macamide und Glucosinolate sind in vitro pharmakologisch interessant, eine Übersetzung in nachvollziehbare endokrine oder zentralnervöse Effekte am Menschen ist bisher nicht gelungen. Die Andentradition ist real, sie betrifft die ganze frische Knolle in lokaler Zubereitung, nicht ein importiertes Trockenpulver in einer Kapsel. Wer Maca als Hormonbooster nimmt, wirft eine Wurzel ins System, die nachweislich keine Hormone bewegt.

Quellen: Gonzales 2003, Zenico 2009, Cochrane 2010

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