Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale)
Werbung: »Klassisches Heilkraut für Leber und Galle. Wildwachsendes Bitterkraut, traditionell als Detox-Tee, in Tinkturen und in der europäischen Heilkunde verwendet.«
Wirkung: Die Wurzel des Gemeinen Löwenzahns enthält eine seltene Doppelpharmakologie aus Bitterstoffen (Taraxin, Taraxacin), die TAS2R-Bitterrezeptoren im Mund und im Darm aktivieren und die exokrine Drüsensekretion vorbahnen, und Inulin in einer Konzentration von bis zu vierzig Prozent der Trockenmasse, das als Präbiotikum die Kolonflora moduliert. Die choleretische Wirkung ist in präklinischen Modellen über eine Steigerung des Galleflusses um bis zu vierzig Prozent dokumentiert, die diuretische Aktivität in einer Pilotstudie am Menschen über erhöhte Urinfrequenz nach acht Stunden Einnahme bestätigt. Daneben hemmen Sesquiterpenlactone die Lipopolysaccharid-induzierte Entzündungsreaktion in Hepatozyten und Makrophagen, ein Mechanismus, der die volksmedizinische Anwendung bei Leber- und Galleerkrankungen pharmakologisch trägt. Im Garten zertreten als Unkraut steht eine der wenigen Pflanzen, die Bitterstoffe und Präbiotika in derselben Substanz vereint.
Quellen: Mascolo 1987, Clare 2009