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Hellmuth

Fettsäure · Öl

Leinsamenöl (Linum usitatissimum)

Werbung: Pflanzliche Omega-3-Quelle Nummer Eins. Leinsamenöl als vegane Alternative zu Fischöl, reich an Alpha-Linolensäure.

Wirkung: Leinsamenöl enthält fünfzig bis sechzig Prozent Alpha-Linolensäure, eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure. Das Marketing verkauft das als veganes Fischöl. Die Biochemie erzählt eine andere Geschichte.

ALA muss im Körper zu EPA und dann zu DHA umgewandelt werden, um die Funktionen zu erfüllen, die Fischöl liefert. Die Konversionsrate von ALA zu EPA liegt bei Männern unter acht Prozent, die Konversion zu DHA unter vier Prozent. Bei Frauen ist sie hormonbedingt etwas höher, aber immer noch unzureichend für eine therapeutische Versorgung. Wer mit Leinsamenöl seinen DHA-Bedarf decken will, bräuchte eine Tagesdosis, die keine Studie untersucht hat.

Leinsamen selbst, gemahlen, liefern zusätzlich Lignane mit phytoöstrogener und antikanzerogener Wirkung, lösliche Ballaststoffe und Protein. Das Lebensmittel ist pharmakologisch interessanter als das isolierte Öl. Ganze Leinsamen passieren den Darm unaufgeschlossen, die Mühle ist Pflicht.

Leinsamenöl ist pflanzliches Omega-3 mit einer Konversionsrate, die das Versprechen nicht einlöst. Gemahlene Leinsamen sind das bessere Produkt.

Quellen: Burdge 2002, Burdge 2005

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