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Hellmuth

Aminosäure · Aminosäure

L-Theanin

Werbung: »Natürlicher Fokus-Booster aus grünem Tee. Der Koffein-Begleiter für entspannte Wachheit ohne Nebenwirkungen, sanft, sauber, biohacker-freundlich, ideal für den konzentrierten Bürotag.«

Wirkung: Pharmakologisch moduliert L-Theanin das GABA-System und induziert Alpha-Wellen im EEG, beides ist dokumentiert. Die Substanz wirkt also messbar. Ihre Hauptverwendung im Supplement-Markt ist aber eine andere, sie soll Koffein erträglich machen. Wirkung vorhanden, Verwendungszweck verschoben. Koffein blockiert die Aufnahme von Eisen, Calcium, Magnesium, Zink, Vitamin D und B-Vitaminen um bis zu achtzig Prozent. Koffein senkt die zerebrale Durchblutung um 27 Prozent. Wer L-Theanin einnimmt, um Koffein erträglicher zu machen, repariert ein Symptom und legitimiert den Verursacher. Müdigkeit am Nachmittag wird mit der nächsten Tasse beantwortet, die Schleife schließt sich. Selbstbetrug in pharmakologischer Verpackung. Drei Industrien leben voneinander, ohne es zuzugeben. Die Kaffee-Industrie verkauft das Adenosin-blockierende Molekül, die Supplement-Industrie verkauft die Puffer, und die Mineral-Industrie verkauft genau das, was der Kaffee ausspült. Koffein über grünen Tee zuzuführen, ist derselbe Selbstbetrug in grün. Dem Adenosin-Rezeptor ist die Farbe des Getränks egal. Biohacking-Etikett auf einer Reparaturschleife. Wer L-Theanin nimmt, um Koffein erträglicher zu machen, repariert ein Symptom und nennt es Biohacking.

Quellen: Morck 1983, Rapuri 2007, Nobre 2008 L-Theanin EEG Alpha, Kreativer Suizid (Buch)

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