Kokoswasser
Werbung: »Tropisches Trendgetränk und natürliche Fitness-Limo. Hydration nach dem Yoga, Elektrolyte aus der Natur, der Sommer-Drink mit Instagram-Glanz.«
Wirkung: Frisches Kokoswasser ist innerhalb der intakten grünen Schale natürlich steril und stand im Zweiten Weltkrieg als improvisierte Infusion zur Verfügung. Britische Ärzte nutzten es in Sri Lanka, japanische Truppen in Sumatra, in Havanna behandelten Mediziner 1942 zwölf Kinder intravenös ohne dokumentierte Nebenwirkungen. 1954 erhielten in Thailand, den USA und Honduras 157 Patienten Kokoswasser-Infusionen mit klinisch tragbarem Verlauf. Das Elektrolytprofil zeigt hohe Konzentrationen von Kalium, Magnesium und Calcium bei niedrigem Natrium. Diese Zusammensetzung ähnelt intrazellulärer Flüssigkeit, nicht Plasma. Hinzu kommen Cytokinine als pflanzliche Wachstumshormone mit antioxidativem Profil, Spuren von Laurinsäure und niedrige natürliche Zucker. Die Flüssigkeit ist physiologisch strukturiert, nicht zufällig isoton. Das eigentliche Produkt ist die frische junge grüne Kokosnuss, geöffnet vor Ort. Pasteurisierte Supermarktware mit hitzedenaturierten Enzymen und oxidierten Phenolen ist ein anderes Profil und teilt mit dem Original wenig mehr als den Namen. Im Zweiten Weltkrieg lief das durch Venen. Heute durch Pappstrohhalme. Dieselbe Flüssigkeit, andere Geschichte.
Quellen: Campbell-Falck 2000, Pradera 1942