Kokosöl
Werbung: Wundermittel aus den Tropen. Kokosöl als Superfood für Kochen, Haut und Haare, gesund und vielseitig.
Wirkung: Kokosöl besteht zu fünfzig Prozent aus Laurinsäure, einer mittelkettigen Fettsäure mit dokumentierter antimikrobieller und antiviraler Wirkung. Laurinsäure zerstört die Lipidhülle umhüllter Viren und lysiert grampositive Bakterien. Monolaurin, der Metabolit, ist in vitro wirksamer als jedes Antibiotikum gegen Staphylococcus aureus.
Die Kontroverse um gesättigte Fettsäuren ignoriert die Kettenlänge. Mittelkettige Fettsäuren werden nicht über Chylomikronen ins Fettgewebe geschleust, sondern direkt über die Pfortader zur Leber transportiert und dort in Ketonkörper umgewandelt. Das metabolische Profil unterscheidet Kokosöl von Butter so grundlegend, dass die Gleichsetzung über den Oberbegriff »gesättigtes Fett« pharmakologisch unseriös ist.
In Sri Lanka, den Philippinen und Polynesien ist Kokosöl die primäre Fettquelle seit Jahrhunderten. Die kardiovaskuläre Mortalität in diesen Populationen widerlegt das Lipid-Hypothese-Argument, solange die Ernährung traditionell bleibt.
Antimikrobikum, Ketogenes, Kochfett. Drei Funktionen, die die Ernährungswissenschaft in keine Kategorie bekommt.
Literatur: Dayrit 2015, Lieberman 2006