Iod
Werbung: Essentielles Spurenelement für Schilddrüse und Stoffwechsel. Iod für Hormonproduktion und Energiehaushalt.
Wirkung: Iod ist der limitierende Baustein der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Ohne Iod produziert die Schilddrüse kein Thyroxin, der Stoffwechsel fährt herunter. In Jodmangelgebieten, zu denen Mitteleuropa bis zur Einführung von jodiertem Speisesalz gehörte, ist Struma die sichtbarste Folge.
Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 150 Mikrogramm für Erwachsene. Die tatsächliche Aufnahme in Deutschland liegt oft darunter, weil Jodsalz im verarbeiteten Lebensmittel nicht standardmäßig verwendet wird. Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf von 200 bis 260 Mikrogramm.
Überdosierung ist bei Hashimoto-Thyreoiditis kontraindiziert. Hohe Ioddosen können autoimmune Schübe auslösen. Die Iod-Hype-Szene ignoriert das systematisch. Japanische Bevölkerungsdaten mit hohem Iodkonsum durch Algen sind nicht auf europäische Schilddrüsen übertragbar.
Iod ist ein Spurenelement, das sowohl zu wenig als auch zu viel schadet. Die Schilddrüse hat kein Interesse an Enthusiasmus.
Literatur: Zimmermann 2009
Nahrungsquellen: Algen (Nori, Wakame, Kombu), Jodsalz, Cranberries