Igelstachelbart (Hericium erinaceus)
Werbung: »Der Pilz fürs Gehirn. Enthält Hericenone und Erinacine, die den Nervenwachstumsfaktor anregen. Fördert Konzentration, Gedächtnis und Nervenregeneration.«
Wirkung: Speisepilz mit einer der konsistentesten präklinischen Neurotrophin-Signaturen, die die Pflanzenpharmakologie überhaupt kennt. Hericenone und Erinacine induzieren NGF in humanen Astrozyten, erhöhen BDNF und fördern hippocampale Neurogenese, beschleunigen die Axonregeneration nach peripherer Nervenverletzung und schützen in Tiermodellen gegen Aβ-Toxizität. Vier Humanstudien aus drei Ländern weisen in dieselbe Richtung, kognitive Verbesserung bei milder Beeinträchtigung, Stimmung und Schlaf bei gesunden Erwachsenen, reduzierte depressive Symptome bei postmenopausalen Frauen, akute Verarbeitungsgeschwindigkeit bei jungen Erwachsenen. In der chinesischen Medizin als Hou Tou Gu und in Japan als Yamabushitake wird der Pilz seit Jahrhunderten als nervenstärkender Heilpilz eingesetzt, ohne dokumentierte Toxizitätssignale. Dass die klinischen Stichproben klein sind, ist ein Defizit der Forschungslandschaft, nicht des Pilzes. Was Igelstachelbart braucht, ist eine Studie mit dreihundert Teilnehmern, nicht einen weiteren Skeptiker.
Quellen: Mori 2008, Wong 2012, Li 2020, Mori 2009, Saitsu 2019, Vigna 2019, Docherty 2023