Substanz-Index
Hellmuth

Pflanze · Blüte

Goldmohn (Eschscholzia californica)

Werbung: »Sanfter pflanzlicher Schlafhelfer mit kalifornischem Mohngewächs. Traditionell beruhigend, nicht abhängig machend, gut bei nervöser Unruhe.«

Wirkung: Die Pflanze enthält Isochinolin-Alkaloide wie Californidin und Eschscholtzin, die in vitro an GABA-A- und Benzodiazepin-Bindungsstellen andocken und in Tiermodellen sedative Effekte zeigen. Auf den Menschen übertragen schrumpft die Datenlage auf eine einzige kontrollierte Pilotstudie aus dem Jahr 2004 mit knapp hundert Teilnehmern, in der Goldmohn in Kombination mit Magnesium gegen leichte Angststörungen geprüft wurde, ohne dass die Wirkung dem einzelnen Wirkstoff zugeordnet werden konnte. Eine moderne, eigenständige Studie zur Schlafwirkung der Pflanze existiert nicht, was nach zwanzig Jahren unverändertem Marketing ein bemerkenswerter Befund ist. Im Regal steht Goldmohn dennoch als »sanfter Schlafhelfer«, eine Behauptung, die im Wesentlichen auf indianischer Volksmedizin und einer einzelnen Kombinationsstudie ruht. Wer Goldmohn kauft, kauft eine Tradition, die nie in eine moderne Studie überführt wurde.

Quellen: Hanus 2004

← Alle Substanzen