Eisen
Werbung: Lebenswichtiges Spurenelement gegen Müdigkeit und Erschöpfung. Eisen für Blutbildung, Sauerstofftransport und Energie, besonders für Frauen und Vegetarier.
Wirkung: Eisen ist Bestandteil von Hämoglobin und Myoglobin. Ohne Eisen transportiert das Blut keinen Sauerstoff. Eisenmangel ist der häufigste Nährstoffmangel weltweit, betrifft etwa dreißig Prozent der Weltbevölkerung und ist bei menstruierenden Frauen, Schwangeren und Vegetariern endemisch.
Die Resorption hängt von der Form ab. Häm-Eisen aus tierischen Quellen wird mit fünfzehn bis fünfunddreißig Prozent absorbiert. Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Quellen erreicht zwei bis zwanzig Prozent, abhängig von Begleitstoffen. Vitamin C verdoppelt bis verdreifacht die Nicht-Häm-Resorption. Kaffee und Tee hemmen sie um bis zu achtzig Prozent durch Polyphenol-Chelation. Wer morgens Kaffee trinkt und mittags Eisentabletten nimmt, arbeitet gegen die eigene Supplementierung.
Überdosierung ist toxisch. Freies Eisen katalysiert Fenton-Reaktionen, die oxidative Zellschäden verursachen. Supplementierung ohne dokumentierten Mangel, gemessen am Ferritin, ist pharmakologisch nicht zu rechtfertigen.
Eisen ist das Mineral, bei dem sowohl Mangel als auch Überschuss messbar schaden. Ohne Laborwert ist jede Entscheidung ein Blindflug.
Literatur: Morck 1983, Hallberg 1989
Nahrungsquellen: Linsen, Kürbiskerne, Quinoa