Curcumin / Kurkuma
Werbung: »Goldenes Gewürz für Entzündung, Gelenke und Anti-Aging. Pflanzlicher Klassiker aus der ayurvedischen Tradition, jetzt als Kapsel oder Golden-Milk-Pulver für den modernen Alltag.«
Wirkung: Curcumin gehört zu den wenigen Substanzen im Index, die DNA reparieren. In gesunden Zellen aktiviert es die Basen-Exzisions-Reparatur und das NHEJ, fährt PARP-1, DNA-Polymerase β, XRCC1, DNA-Ligase III und IV hoch und unterdrückt 8-OHdG als Marker oxidativer Schäden. nicht Gewürz, sondern Reparaturmodulator. In Krebszellen kehrt sich die Wirkung um. Curcumin hemmt BRCA1, MGMT und MDC1, blockiert also die Reparaturwege, die Tumoren zum Überleben brauchen. Im Knochenmark schützt es vor Chemotherapie-induzierter Myelosuppression. Die Westbengalen-Arsenstudie zeigt eine Reduktion oxidativer DNA-Schäden bei arsenbelasteten Erwachsenen. duale Selektivität, in gesunden Zellen reparativ, in entarteten Zellen entwaffnend. Drei Metaanalysen belegen die antidepressive Wirkung, mit stärkstem Effekt als Augmentation zu SSRIs, Effektgröße vergleichbar mit Standardantidepressiva. Mechanistisch hemmt Curcumin NF-κB im Gehirn und moduliert die Mikroglia-Aktivität. Bitterkeit auf der Zunge, Wärme im Stoffwechsel, Spuren im Liquor. psychiatrisch relevant, in der Leitlinie nicht erwähnt. Das eigentliche Problem ist die Bioverfügbarkeit. Standardcurcumin erreicht unter einem Prozent Resorption, Golden-Milk-Pulver und unterdosierte Kapseln bleiben pharmakologisch wirkungslos. Wirksam sind Phytosom-Formulierungen wie Meriva, BCM-95 und liposomale Varianten, die die Bioverfügbarkeit zehn- bis dreißigfach erhöhen. ohne Galenik kein Effekt. Curcumin ist eine der wenigen Substanzen im Index, die DNA reparieren können. Das darf nicht verschwiegen werden.
Quellen: Al-Karawi 2016, Ng 2017, Fusar-Poli 2020, Biswas 2010 Arsen Westbengalen, Cuomo 2011 Meriva Bioverfügbarkeit